Fulda (cif). Volles Kino: Rund 120 Personen kamen zu einer Sondervorstellung des Kinofilms "Heldin", organisiert von Dajana Herbst, Leiterin der Caritas Pflegeschule. Zahlreiche Schüler und Schülerinnen der Caritas Pflegeschule, teilweise in Begleitung ihrer Eltern, sowie Caritas-Mitarbeitende aus anderen Bereichen besuchten dafür kürzlich gemeinsam das Fuldaer Cinestar.
Das Foto zeigt den gefüllten Kinosaal vor dem Filmstart.M.Möller/ Caritas FD
"Heldin" ist ein neuer schweizerisch-deutscher Spielfilm von Petra Volpe, inspiriert durch das Buch "Unser Beruf ist nicht das Problem: Es sind die Umstände." Das Drama mit Leonie Benesch in der Hauptrolle stellt eine Arbeitsschicht einer jungen Pflegefachfrau in den Mittelpunkt, deren Dienst in einem Krankenhaus allmählich außer Kontrolle gerät. Der Film macht schonungslos aufmerksam auf die Auswirkungen des Personalmangels in der Pflege - sowohl für die Pflegekräfte als auch für die Patienten.
Viele hatten sich mit Popcorn eingedeckt und freuten sich ganz offensichtlich gut gelaunt, das der "Unterricht" an diesem Tag mal gemeinschaftlich mit allen Schülerinnen und Schülern im Kino stattfand. Doch mit Start des Films verstummten die Stimmen direkt. Es wurde leise und ernst. Zeigt der Film doch auf absolut mitreißende Art den vielseitigen und herausfordernden Alltag des Pflegepersonals in einem Krankenhaus. Übergabe machen, jeden Patienten im Detail im Kopf haben, Patientenfragen beantworten, Patienten aufklären und ihnen zuhören, auch auf persönlicher Ebene, Vermittlung zwischen Patienten und Arzt, Ratgeber und Zuhörer für Angehörige, ständige Handdesinfektion, Medikamente zusammenstellen und noch vieles mehr wurde eindrücklich dargestellt. Und dabei immer die Zeit im Auge behalten, freundlich bleiben, stets neu priorisieren, einen möglichst kühlen Kopf bewahren und freundlich bleiben. Ziemlich viel, was den Pflegekräften da abverlangt wird.
Der Film zog die angehenden Pflegefachkräfte merklich in seinen Bann, zeigte er schließlich den möglicherweise auf sie zukommenden Berufsalltag ziemlich genau auf. Das regte spür- und sichtbar zum Nachdenken an.
Am Ende zeigen sich die Schülerinnen und Schüler beeindruckt von dem Film. Jennifer, Melina, Mia und Laura, alle im ersten Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft, stufen ihn als wahrheitsgetreu und sehr realistisch ein. Sie bestätigen: "Der Film zeigt gleichzeitig, dass wir Pflegekräfte auch nur Menschen sind, denen Fehler passieren und deren Nerven irgendwann blank liegen."
Die Schülerinnen Kim und Leslie, die bereits kurz vor dem Examen der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft stehen, fanden die Sondervorstellung eine "sehr gute Initiative" und wünschen sich, dass der Film öfter vor großem Publikum vorgeführt würde. "Der Film sollte zum Pflichtprogramm werden, vor allem für jüngere Menschen vor der Berufswahl. Er ist sehr realistisch und macht bewusst, welche Auswirkungen unsere Jobwahl und unser Miteinander auf die Zukunft haben. Es ist so wichtig, dass die Menschen sich zu jeder Zeit an jedem Ort mit Respekt und Empathie begegnen."
Auch Pflegeschulleiterin Herbst zeigte sich bestätigt in der Initiative für diesen gemeinsamen Kinobesuch und freute sich, dass die Schülerinnen und Schüler das Angebot so zahlreich und begeistert angenommen haben. "Ich freue mich, dass Herr Wentzke vom Cinestar direkt eingestiegen ist in unsere Anfrage und dies so unkompliziert ermöglicht hat. Herzlichen Dank dafür. Es ist auch eine Wertschätzung unserer Arbeit und wir freuen uns, dass wir den Schülerinnen und Schülern heute auf eine besondere Weise etwas für Ihren künftigen Job mitgeben konnten."